Alp auf Zug / Ausstellung Appenzell
16. April 2011
 
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Zurück zu den Wurzeln mit «Alp auf Zug»

Am 16. April fällt wohl nach der bislang intensivsten Vorbereitungszeit auf eine Ausstellung der Vorhang: Ich reiste zurück zu meinen Wurzeln nach Appenzell Innerrhoden und stellte fest, dass ich mehr gemeinsam habe mit dieser Kultur als angenommen. Diese Rückkehr zu den Wurzeln ist ab Mitte April zu sehen im Hotel Restaurant Tübli im Herzen von Appenzell. Ganz speziell freut mich, dass Hampi Fässler, berühmt für sein Sennenhandwerk und meines Erachtens ein grossartiger Künstler, sich von mir inspirieren liess und mit seiner Kunst eine Brücke schlägt in die Moderne. Vernissage: Samstag, 16. April, 17 Uhr. Vernissage-Nachtessen ab 19.30 Uhr. Hotel Restaurant Tübli, Hirschengasse 8, 9050 Appenzell. 071 787 11 49 (bitte telefonisch anmelden fürs Vernissage-Nachtessen), www.tuebli-appenzell.ch

Pirmin Breu wuchs zwar im Aargau auf, aber dort erkannte man ihn schon im Schulalter an seinem Appenzeller Dialekt. Er wusste nicht, was eine Wähe ist, daheim nannte man das «Flade». «De Pirmin isst Chueflade!», wurde er fortan verspottet.
Zum 18. Geburtstag überreichte ihm seine Gotte einen Landsgemeindesäbel. Darauf war er mächtig stolz, doch ansonsten war für den jungen Pirmin alles Volkstümliche langweilig. Lieber frönte er seiner neuen Leidenschaft, dem Graffiti. New Yorker U-Bahnen zu besprayen, reizte ihn viel mehr als Appenzeller Bauernmalerei.
In seiner Lehrzeit als Schriftenmaler entdeckte Pirmin den Wert von Handgemachtem. Von seinem ersten Sparbatzen wollte er sich einen handgefertigten Sennengurt kaufen. Diesen Wunsch erfüllte er sich erst Jahre später, als seine Begeisterung für die Volkskunst fremder Länder umschlug in die Neugier auf seine eigene. Die nächsten Reisen führten ihn auch ins Appenzellerland, wo ein reger künstlerischer Austausch mit Hampi Fässler begann.
Seither ist Pirmin Breu stolzer Besitzer eines Sennengurts mit komplettem Alpaufzug und edler Sportschuhe mit verzierten Silberschnallen. Und es freut ihn, dass Hampi Fässler das Sennenhandwerk an der aktuellen Ausstellung in ein neues Licht rückt.
Pirmin Breus «Alp auf Zug» zeigt, dass Heimatliebe und Reiselust, Tradition und Fortschritt nur scheinbar Gegensätze sind. Wenn ein Appenzeller rausgeht, um die Welt zu entdecken, und dann zurückkommt und Alpaufzüge malt, macht er schliesslich nichts anderes als seine Vorfahren.

Die Ausstellung ist geöffnet bis zum Alpabzug am 25. September. So hat man den ganzen Sommer über die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen und mit einem Ausflug ins Appenzellerland zu verbinden, ein idyllisches und eigenwilliges Fleckchen der Schweiz, das ich in den letzten zehn Jahren kennen und neu schätzen lernte.

Sennenhandwerk www.hampi-faessler.ch Tourismus Appenzell www.appenzell.ch
 
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